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Aktuelles

Judith von Backnang

"Ein echtes Spektakel mit Tiefgang"

Fotosession mit zwei Hauptdarstellern des Stücks „Judith in Backnang“ – Projekt des Bandhaus-Theaters zu „950 Jahre Backnang“

 

Wenn in diesem Jahr „950 Jahre Backnang“ gefeiert wird, ist das Bandhaus-Theater mit einem Freilufttheater vertreten: Eine der Erzählebenen ist die Geschichte von Judith und Hermann II. Das Textbuch stammt von Jasmin Meindl und dem Bandhaus-Dramaturgen Christian Muggenthaler. Gestern waren zwei der Hauptdarsteller für eine Fotosession in Backnang: Alice Erk aus Mainz und Andreas Bittl aus München, die Judith und Hermann II. mimen.

 

Von Ingrid Knack

 

BACKNANG. Kostümbildnerin Claudia Layer-Siewert aus Freiberg am Neckar zupft noch das gewebte Band zurecht, das den Schleier der Judith hält, dann kann es losgehen: Alice Erk und Andreas Bittl schauen einmal ernst und einmal etwas entspannter drein – die Anweisungen des Fotografen werden sofort und hoch professionell befolgt. Klar, da posieren zwei echte Profis.

 

Die 22-jährige Alice Erk tanzt und spielt seit 2002 in verschiedenen Produktionen am Staatstheater Mainz. 2015 schloss sie ihre Ausbildung zur Schauspielerin ab. Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden war sie in der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht zu sehen. Darauf folgte ein Engagement als Schauspielerin und Tänzerin in „Monty Python’s Spamalot“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Zu ihren weiteren Stationen gehören das Boulevardtheater Dresden und das Apollo-Theater Siegen.

 

Andreas Bittl spielte schon an vielen bedeutenden Theatern zwischen Wien (Burgtheater), München (Residenztheater) und Bochum (Schauspielhaus). 2008 verkörperte er im Alten Schauspielhaus Stuttgart in „Iphigenie auf Tauris“ den Orest unter der Regie von Otto Kulka. Auch in TV-Filmen und -Serien (etwa „Tatort“ oder die „Rosenheim-Cops“) hat man den 1973 in München geborenen Schauspieler schon gesehen.

 

„Judith in Backnang“ heißt das neue Stück aus der Feder von Jasmin Meindl vom Bandhaus-Theater und dem freien Autor Christian Muggenthaler, der übrigens in München auf Andreas Bittl aufmerksam geworden war. „Der Regisseur hat jetzt die endgültige Fassung zugeschickt bekommen“, äußert sich Meindl zum derzeitigen Stand des Projekts. Es ist Michael Bleiziffer, langjähriger Oberspielleiter am Stadttheater in Regensburg und nun freier Regisseur, der Regie führen wird. Seine Inszenierungen wurden unter anderem bei Bayerischen Theatertagen ausgezeichnet. Bleiziffer hat zudem viel Erfahrung mit Freilufttheaterstücken. Über ihn kam das Bandhaus-Theater auch zu Alice Erk. Bleiziffer inszenierte in Siegen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – Erk hatte die Rolle der berühmten Märchenfigur bekommen.

 

„Der Premierentermin steht noch nicht fest“, sagt Meindl. Das Gleiche gilt für den Spielort – je nachdem, wie es mit den Sanierungsplänen für die Stiftskirche weitergeht, kann entweder am Wunschort Freithof oder aber auf dem Stiftshof gespielt werden. Fünf Aufführungen gibt es im Juli und im September.

 

Die Bilder in der Krypta der Backnanger Stiftskirche sind im Kasten, nun geht es in den Chor des Gotteshauses. „Herrschermäßig nach vorne schauen“, lautet jetzt die Bitte an Andreas Bittl. „Hermann ist ein Siegertyp, ein sehr Königstreuer, der die Ordnung aufrechterhält“, kommentiert Jasmin Meindl. Und sie spricht davon, dass die Ehe von Judith und Markgraf Hermann II. von Baden zum Schluss „eine richtige Love-Ehe“ gewesen sei.

 

Das von Meindl und Muggenthaler ersonnene fiktive Spiel setzt kurz nach der Hochzeit der beiden hohen Adeligen ein. Aber es geht nicht nur um den Adel, sondern auch um eine quicklebendige Dienerschaft und um Vertreter verschiedener religiöser und politischer Richtungen, die damals miteinander im Streit lagen. Denn es war die Zeit des Investiturstreits, in dem das Deutsche Reich am Rande eines Bürgerkriegs zwischen Anhängern der kaiserlichen und der päpstlichen Partei stand. In diesem Kampf um Krieg und Frieden spielten auch Hermann und Judith eine Rolle: Davon wird im Stück unter anderem auch erzählt. Und es handelt davon, wie aktuell viele Fragen aus der damaligen Zeit heute noch sind. Es gibt Volksszenen mit Mitgliedern der Bürgerbühne, Chor- und Minnegesang und allerlei Komisches. Die Organisatoren versprechen „ein echtes Spektakel – mit Tiefgang“. Aus Anlass der 950-Jahr-Feier Backnangs in diesem Jahr wird das Bandhaus-Theater Backnang also eintauchen ins Mittelalter mit den Mitteln eines bildreichen Spiels, mit Tanz und Musik. Das Stück beschreibt rund um die spärlichen historischen Fakten und Dokumente, die es aus jener Zeit gibt, die Zeit vor der Stiftsgründung durch Hermann und Judith vor 900 Jahren. Bei dieser Produktion arbeitet das Bandhaus-Theater Backnang erstmals mit professionellen Schauspielern für die Hauptrollen zusammen.

 

Quelle: Backnanger Kreiszeitung Stadt & Kreis vom 12.01.2016

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