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Wilde Tänze und witzige Texte

Backnanger Kreiszeitung

BACKNANG. Die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit und dauert nun immerhin schon seit neun Jahren an: Seit 2006 gastiert die walisische Band Allan yn y fan im Rahmen ihrer Deutschlandtouren immer wieder in Backnang. Hier hat sie sich schon eine hartnäckige kleine Fangemeinde erspielt, die die musikalische Weiterentwicklung der fünfköpfigen Truppe gespannt und entzückt mitverfolgt. 2006 bestand das Programm noch rein aus instrumentalen Stücken. Ab 2009 bezauberte dann Geigerin Meriel Field das Publikum mit ihrer klaren, mädchenhaften Stimme, und auch die übrigen Gruppenmitglieder zeigten, was stimmlich in ihnen steckt.

Geoff Cripps, der sanfte Gentleman an den Saiten, Chris Jones, der temperamentvolle Akkordeonist, Bodhran-Spielerin Linda Simmonds, die mit ihrer hüftlangen dunklen Mähne ein absoluter Hingucker ist, und die herausragende Flötistin und Bandmitbegründerin Kate Strudwick setzen nun auch ihren mehrstimmigen Satzgesang als zusätzliches Instrument ein. Pwnco heißt die neue CD der Band, ihr mittlerweile viertes Studioalbum. Pwnco nennt man in Wales die traditionellen gereimten verbalen Duelle, die sich Hausbewohner mit einer Gruppe junger Leute liefern, die verkleidet und mit einem geschmückten Pferdeschädel im Winter von Haus zu Haus ziehen. Ein Glücksritual, bei welchem die Schädelträger laut singend Einlass begehren und auf Belohnung in Form von Speis und vor allem Trank warten.

Im Bandhaustheater in Backnang präsentierten Allan yn y fan sowohl Songs und Lieder aus ihrer neuen CD als auch Stücke, die vom Publikum immer wieder gerne gehört werden. Das Quintett vermittelt alles, was man hinter dem Begriff keltische Musik vermutet. Traurige melancholische Klänge, bezaubernde Melodien, die zum Träumen einladen, verlorene Liebe, witzige Texte, fröhliche wilde Tänze und überschäumende Lebensfreude. Von allem etwas. Die Allans haben dabei selbst sichtlich genauso viel Spaß, wie ihr Publikum. Chris Jones gab im Bandhaus auch physisch alles: Zur absoluten Freude des Publikums legte er eine wilde Tanzdarbietung ein, bei der ein Hexenbesen und vor allem Holzschuhe eine wichtige Rolle spielten. Den jubelnden Applaus und die Publikumsforderungen nach mehr kommentierte der völlig nass geschwitzte Tastenkobold lachend mit einem atemlosen: Ihr wollt mich wohl total fertig machen!.

Es macht Spaß, die Entwicklung der Band in den letzten Jahren zu beobachten. Die Vermischung von traditionellen Weisen und Eigenkompositionen war immer schon Bestandteil des Programms; die Hinwendung zum Gesang, gemischt mit weiterhin instrumentalen Stücken hat der Band nur gut getan. Walisisch ist eine der ältesten Sprachen und besitzt trotz eines geradezu inflationären Einsatzes des Buchstabens Y in der gesprochenen und vor allem gesungenen Version einen ganz eigenen Zauber.

Nach all der Zeit schafft es die Band immer noch, musikalische Einheit zu demonstrieren und die eigene Spielfreude auf ihr Publikum zu übertragen. Die Zuhörer im Bandhaustheater wünschten sich am Schluss nur eines: Hwyl Fawr, Allan yn y fan Auf Wiedersehen!

Aus: Backnanger Kreiszeitung vom 3.6.2014

Gab im Bandhaus auch physisch alles: Chris Jones, Akkordeonist mit Temperament. Foto: A. Becher

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